10/02/2012 – 28/02/2012

Auf dem Amazonas von Belém nach Manaus

Ein Meilenstein unseres Südamerikaaufenthalts sollte die Fahrt auf dem Amazonas sein. Von der Mündung bei Belém, in mehreren Etappen bis nach Iquitos, oder weiter.

Schiffe oder Boote sind das gängige Verkehrsmittel im Amazonasbecken. Quasi Alles wird so transportiert nicht nur Menschen sondern auch Waren aller Art. Viele Orte sind nur über den Amazonas mit der Außenwelt verbunden, Straßen gibt es wenige, und selten führen sie aus dem Dschungel heraus.

Belém

Das Wichtigste für unsere Fahrt auf dem Amazonas sind Hängematten, die wir uns während unseres kurzen Aufenthalts in Belem, auf dem Markt besorgen. Die Linien-Schiffe, die gängigen Transportmittel für Mensch und allerlei Alltagsgegenstände, haben zwar auch einige Kabinen, aber die sind teurer und „auf dem Schiff, mit Hängematte“ klingt auch irgendwie spannender als „auf dem Schiff in muffiger Mini-Kabine“. Neben den wichtigsten Besorgungen für unsere erste Amazonas-Etappe haben wir auch noch etwas Zeit uns ein bisschen in Belem umzusehen. Interessant sind vor allem der tägliche Markt am Hafen (Mercado Ver-o-Peso), auf dem wir auch unsere Hängematten bekommen, das Teatro da Paz und das Forte do Presépio, von dem wir einen guten Blick auf den Hafen haben. Nach zwei kurzweiligen Tagen in Belem geht es los.

Etappe I: Belém nach Santarem

Wie im Reiseführer empfohlen sind wir frühzeitig am Hafen um einen guten Hängemattenplatz zu ergattern. Wie sich später herausstellt, war das tatsächlich kein schlechter Tipp, denn das Boot wird sehr voll. Und mit sehr voll meinen wir, drei mal denken „ah ja, ok, also jetzt passt hier echt keiner mehr drauf“ nur um anschließend von weiteren Reisewilligen eines besseren belehrt zu werden. Wir nehmen das ganze erstaunlich gelassen hin und freunden uns derweil mit unseren Hängenachbarn links und rechts-seitig an. Zu unserem Glück sind darunter auch einige Gringos, die englisch sprechen. Da unsere portugiesisch Kenntnisse eher rudimentär sind, ist quatschen mit den Einheimischen leider nicht so locker möglich.

Während der Fahrt legen immer wieder Boote an. Zum einen Händler_innen der am Fluss liegenden Dörfer, die verschiedene Dinge wie Açaí, Palmenherzen, Schrimps und andere Früchte verkaufen und zum anderen kleine Zubringer-Boote, da das Schiff selbst nicht an jedem Dorf anhält.

Alter do Chao

Nach 3 entspannten Tagen auf dem Boot kommen wir in Santarem an, von wo aus wir mit der gesamten Gringo-Bagage vom Boot direkt weiter nach Alter do Chao, einem kleinen hippiesken Feriendorf, fahren. Dort kommen wir alle in einer kleinen Pousada unter. Die folgenden Tage sind Strand- und Auskurier-Tage. Da Alex sich auf dem Boot erstmal eine kleine Erkältung geholt hat (es kann schon auch ganz schön kühl werden auf so einem Boot), lassen wir es ruhig angehen. Nach knapp einer Woche fahren wir zurück nach Santarem wo wir noch den Karneval (in Form eines unglaublich lautstarken Umzugs in der Nacht vom Samstag auf Sonntag) mitnehmen bevor wir die zweite Etappe nach Manaus antreten.

Etappe II: Santarem nach Manaus

Das Boot für die zweite Etappe ist größer als das erste (drei statt zwei Decks) und weniger stark gefüllt. Dafür gibt es an beiden Enden des Decks zwei Fernsehbildschirme auf denen den ganzen Tag zwei (recht brutale) Aktionfilme laufen. Wie schon auf dem ersten Boot ist das drei mal tägliche Essen nicht wie überall beschrieben umsonst, eigentlich sogar recht teuer und da es auch nicht besonders lecker ist, ernähren wir uns die zwei Tage von Snacks und 5-Minuten-Terienen.

Manaus & 3 Tage Urwald-Tour

Obwohl wir schon mitten in der Nacht in Manaus ankommen, bleiben wir noch bis zum nächsten Morgen auf dem Schiff. Im strömenden Regen laufen wir zu unserem Hostel.

Da Manaus quasi direkt im Urwald liegt, gibt es eine Vielzahl an Anbietern, die Mehrtägige Ausflüge in den Dschungel anbieten. Wir orientieren uns an den Vorschlägen aus dem Lonly Planet und auf Trip Advisor und wählen unserem Budget entsprechend eine  3-Tages-Tour aus.

Um Sieben Uhr Morgens fahren wir mit einem kleinen Minibus und einer etwas größeren Gruppe los. Erst 3 Stunden mit dem Bus und dann nach etwa eine Stunde auf dem Rio Urubu, an dem die angestrebte Dschungel Lodge liegt. Dort angekommen erhalten wir eine kurze Führung über das Gelände. Nach dem Mittag gibt es für uns zwei Möglichkeiten, entweder mit der großen Gruppe zum Piranha fischen oder mit zwei anderen direkt eine Wanderung in den Urwald mit anschließender Übernachtung. Wir entscheiden uns für letzteres.

Nach einer kurzweiligen, zweistündigen Wanderung kommen wir in dem schon vorbereitet Camp an. Unser Guide ist wenig gesprächig und will auch unsere Hilfe beim Abendessen bereiten nicht annehmen. So bleibt uns nur die mitgebrachten Hängematten aufzuhängen und den Geräuschen des Waldes zu lauschen. Am nächsten Morgen geht es mit den ersten Sonnenstrahlen wieder raus aus den Federn bzw. Matten. Nach einer weiteren Wanderung durch den Urwald sind wir pünktlich zum Mittag wieder zurück an der Lodge.

Am Nachmittag gehen wir dann doch Piranha fischen. Es beißen auch einige an, zu unserem Hobby wir das Angeln aber wohl nicht werden. Da war die abendliche Kanufahrt auf den Spuren der Kaimane schon spannender. Nach einem langen Tag fallen wir erschöpft, endlich mal wieder in richtige Betten.

Der letzte Tag beginnt wieder  viel zu früh für uns. Auf der Suche nach Flussdelphinen bekommen wir leider nur ein paar Vögel zu Gesicht. Zum Glück haben wir auf dem Amazonas schon einige Delfine gesehen. Nach dem Frühstück folgt noch eine etwa dreistündige Wanderung durch den Wald, bei der wir von fern sogar ein paar Affen durch die Baumwipfel springen sehen. Nach diesem letzten Ausflug ist unser Dschungel-Trip auch schon zu Ende und wir machen uns auf den weg zurück nach Manaus.

26/03/2012 by worldsurfr